Mehrgenerationenwohnen, Königsbrunn

Als ein Baustein des Aktionen Programms “Mehrgenerationenhaus“ hat die Stadt Königsbrunn mit ihrem ehem. Bürgermeister Ludwig Fröhlich ein Wohnprojekt initiiert. Inmitten eines neuen Einfamilienhausgebietes war ein Gebäude mit 87 überwiegend öffentlich geförderten Wohnungen in 2 Bauabschnitten für eine Gemeinschaft von ca. 180 Menschen unterschiedlicher Generationen – Alleinstehende, Familien mit Kindern, Senioren, Ausländer, Behinderte – so zu planen, dass – über ein unverbindliches nebeneinander hinaus – das Gespräch, der Austausch und die gegenseitige Unterstützung wachsen und gedeihen können.

Die Einrichtungen für die Gemeinschaft – eine integrative Kinderkrippe mit drei Gruppen, ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen, ein Cafe, ein Waschsalon mit Fitnessraum, ein Gästeapartment und ein Büro für einen „Kümmerer“, eine Werkstatt –  sollten auch der Nachbarschaft und der Gemeinde dienen und so dazu beitragen, dass die ganze Anlage in die Nachbarschaft integriert wird und als wichtiger Teil der Stadt erlebt wird.

Seit zwei Jahren sind die ersten Bewohner eingezogen, gerade lang genug, um beurteilen zu können, ob die Anlage das angestrebte gemeinsame Leben unterstützt. Nach Gesprächen mit Bewohnern werden die sozialen, kulturellen und humanitären Angebote genutzt. Es hat sich ein Gemeinschaftsleben entwickelt, es haben sich ehrenamtliche Helfer unter den Bewohnern gefunden, die z.B. eine Meditationsgruppe aufgebaut haben. Es gibt z.B. eine Kinderbeaufsichtigung am Samstagvormittag, damit die Eltern ungestört einkaufen können und ein Kaffeekränzchen. Die Uni Augsburg hat schon Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum angeboten. Die Stadt Königsbrunn hat ein Elektroauto zur Verfügung gestellt, das gegen geringes Entgelt gemietet werden kann. Der ehrenamtlicher Helfer kann für seine unentgeltliche Tätigkeit ein „Zeit –Konto“ ansparen, und dieses für bestimmte Dienstleistungen bei anderen ehrenamtlich Tätigen eintauschen. So funktioniert das Mehrgenerationenwohnen in Königsbrunn.

Der aus dem Wettbewerb hervorgegangene Entwurf antwortet auf diese Aufgabe mit einem Gefüge aus Höfen bildenden Baukörpern, die sich in den Maßstab des Einfamilienhausgebietes auf Grund seiner geringen Höhe städtebaulich passend einfügen. Die unterschiedlichen Wohnungen und die öffentlichen Einrichtungen sind gemischt. Die horizontalen und vertikalen Erschließungswege dienen auch der zwanglosen Begegnung auf den Laubengängen, auf den Treppen und in den kleinen Höfen, an denen auch die Gemeinschaftseinrichtungen liegen.

Der Versammlungsraum, die Werkstatt und das Cafe öffnen sich zur Nachbarschaft, die Kinderkrippe ist auf den schon vorhandenen Kindergarten nach Süden ausgerichtet, um einen Austausch zu bewirken und um die Lärmquellen zu bündeln und von den Wohnungen abzuschirmen. Die Nachfrage nach Wohnungen im Quartier ist groß und bestätigt das angedachte Konzept in Gänze.