Städtebaulicher Vorentwurf zur Realisierung einer Wohnbebauung Breslauer Straße Süd, Kempten-Sankt Mang, 2. Rang

Die Lage des Wettbewerbsgrundstückes ist gekennzeichnet durch die Lage im Zentrum des Stadtteiles St. Mang und die Geländekuppen- sowie die Hanglage mit einer wunderbaren Aussicht zum Allgäuer Alpenpanorama.

Mit dem städtebaulichen Entwurf der Wohnbebauung an der Breslauer Straße in Kempten St. – Mang werden folgende Ziele verfolgt:

TOPOGRAPHIE
Die neue Bebauung wird topographisch so gestaffelt, aufgefächert und teilweise mit Dachterrassen versehen, dass möglichst viele Wohnungen einen Ausblick in die Allgäuer Alpen haben. Die Aussichtsplattform im Nordwesten auf der Tiefgarage öffnet diese Blickbeziehung auch für die Öffentlichkeit des Stadtteils und wird mit Cafe, Gemeinschaftstreff und Aussichtskanzel zum „Quartierstreff St. Mang“. Bereits im Erdgeschoss an der Breslauer Straße ergeben sich durch offene und freundliche Gemeinschaftszonen sowie Fahrrad- und Kinderwagenabstellplätze schöne Blickbeziehungen in die Berge.

BINDEGLIED UND STÄDTEBAULICHE KANTEN
Zwischen den angrenzenden sehr unterschiedlich bebauten Gebieten vermittelt der Entwurf mit seiner eigenständigen Figur so, dass insgesamt eine städtebauliche Ordnung entsteht. Durch die Höhenstaffelung wird ein Übergang von der hohen Bebauung im Norden und Nordwesten und der Einfamilienhausbebauung im Süden und Osten hergestellt. Auch werden wichtige Gebäudekanten der Nachbarbebauung aufgenommen, wie z.B. die Gebäudekante von Breslauer Strasse 41, da hier der übergeordnete Grünzug von Nord West über den geplanten „Quartierstreff St. Mang“ nach Süden führt.
An der Einmündung zur Oskar Maria Graf Straße wird bewusst eine Enge mit schräger Achse erzeugt, an der alle östlichen Gebäude aufgefädelt sind und so auch an dieser Stelle den Blick in die Berge freigeben.

ÖFFENTLICHE NUTZUNGEN
Die öffentlichen Nutzungen mit Kita, Stadtteiltreff, Cafe, Physiotherapie, etc. entlang der Breslauer Straße verkörpern zusammen mit der erwähnten Aussichtsterrasse die öffentliche Bedeutung der Anlage für den ganzen Stadtteil.

SOZIALE MISCHUNG UND EINHEITLICHE ARCHITEKTUR
Die unterschiedlichen Eigentums- und Verfügungsformen über die Wohnungen und damit der unterschiedliche soziale Status der Bewohner lässt sich an Bauformen und Architekturen nicht ablesen. Die Eigentumswohnungen sind im Westlichen Bereich von Nord nach Süd untergebracht, während die Mietwohnungen in der Mitte und im Osten liegen.

FREIANLAGEN

Durch breitere, vorgelagerte Gehwege mit Alleebäumen und die Lage von Gewerbe und Gemeinschaftseinheiten im Erdgeschoss gewinnt die Breslauer Straße deutlich an Leben und Atmosphäre. Ein „oberer Weg“ auf der Aussichtsplattform erschließt die Wohnbebauung, der „untere Weg“ sowie eine Treppe, die von der Aussichtskanzel auf den unteren Weg mündet, führt die Anwohner und Spaziergänger in die freie Hanglandschaft, die in ihrer jetzigen Charakteristik erhalten wird. Die Dächer der Wohnhäuser werden zum Teil extensiv begrünt, zum Teil als private Dachgärten angelegt. Die Spielplätze im Süden werden als verbindendes Element zwischen der vorhandenen und der neuen Bebauung gesehen, wodurch Sozialkontakte gut gefördert werden können.

ÖKOLOGIE
Das anfallende Regenwasser sämtlicher Dach- und Freiflächen kann über offene, natürliche Gerinne in einen Regenwasser-Rückhalteteich mit Flachufer gesammelt werden. Hier kann ein schöner Lebensraum für Blütenpflanzen und Bienen entstehen. Im Winter wird das Rodelangebot durch Schlittschuhflächen ergänzt.