Neufreimann MU1
Der Entwurfsbeitrag folgt stringent den Ideen des städtebaulichen Masterplans. Das Thema des städtischen Blockes wird konsequent umgesetzt. Die städtebauliche Verwebung von Stadträumen und baulichen Anlagen gipfelt im Entwurf in der Umsetzung eines gleichmäßig gerasterten „Stadtbauregales“.
Gesetzt wird ein durchgehend 7-geschossiges Gebäude, das im Westen mit einem weiteren durchgehenden Geschoss erhöht und mit einer eingeschossigen Erhöhung im Nord-Osten sowie einem zweigeschossigen Hochpunkt im Süd-Osten akzentuiert wird. Der zweigeschossige Akzent im Süd-Osten markiert selbstbewusst die Lage zur Verbindungsachse Stadtplatz /Stadtpark sowie den Eingang zum Stadtteilbüro der Münchner Wohnen. Ergänzungen durch unterschiedlich große Pergolen im Dachgartenbereich bilden zusätzliche subtile Volumina, die den Blockrand in seiner Höhenentwicklung weiter dynamisieren. Im Erdgeschoss nehmen überhohe Arkaden, die das Gebäude an Süd-Ost und Süd-West Ecke umfassen, die Bewohnerschaft und die Besucher großzügig auf und schaffen eine einladende Geste.
Der kompakte Gebäudeblock erhält durch sein gleichmäßiges Raster von 3,30m und die Kombination von Vertiefungen für Loggien, Ausladung von Balkonen und geschlossenen Wandteilen eine Rhythmisierung und stärkt so die Idee des flexiblen „Stadtbauregales“. Große Durchgänge im Erdgeschoss vernetzen Straßenraum mit Innenhof. Eine weitere Vernetzung findet über die gesetzten Gewerbe- und Gemeinschaftsräume in den Arkaden mit ihren offenen Fassaden über den Block hinweg statt. Auch der Kindergarten wird über „neutrale Spielflure“ und flexible Multiräume zum Hof und zum nördlichen Stadtpark hin angebunden.
Das Quartier funktioniert ganz im Prinzip der Schwammstadt und der Biodiversität. Die Dächer werden intensiv genutzt und können im Bereich der Pergolen Ebene als intensiv begrünte Dachflächen mit unterschiedlichen Nutzungen wie Treffpunkten, Spielmöglichkeiten, urban Gardening und Natur-Relaxräume erlebt werden. An den barrierefreien Ausgängen liegen Gemeinschaftsküchen an, die ebenso als Waschsalons oder Homeofficeplätze dienen. Die Dächer des Turmes und der höchstgelegenen Wohngeschosse sind extensiv begrünt und werden als Technikdächer für die Anordnung von Lüftungsanlagen und PV-Felder benutzt. Regenwasser kann schon auf den Dachflächen gespeichert werden und dort zur Klimakühlung beitragen. Genauso wird die sich entwickelnde Artenvielfalt bereits im Entwurf konzeptionell angelegt.




